plenergy

Jugendliche entwickeln ihre Energiewende für Garbsen

Drei Tage läuft das Projekt „plenergy“ in Schule und Rathaus

Rund 90 Jugendliche, etwa 45 Beteiligte, drei Schulen, eine Stadt – bei „plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende“ gehen sie alle in Garbsen neue Wege. Das Projekt der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Region Hannover läuft in Kooperation mit der Stadt Garbsen vom 27. bis 29. Januar 2020 in Rathaus und IGS. Das Ziel: Nachwirkungen für Klimaschutz und Energiewende erzeugen. Unter anderem sollen die jungen Ideen ins Klimaschutz-Konzept der Stadt einfließen.

Am Anfang stehen die Ideen. Das Planspiel plenergy ist am Montag mit den Fachausschüssen Strom, Gebäude, Mobilität, Konsum und Öffentlichkeitsarbeit gestartet. Die Schülerinnen und Schüler aus neunten und zehnten Klassen haben darin ganz konkret und mit fachkundiger Unterstützung ihre Vorstellungen und Entwürfe für mehr Klimaschutz entwickelt. Die IGS Garbsen, die Oberschule Berenbostel und das Geschwister-Scholl-Gymnasium setzten sich für plenergy ein.

Mehr Flächen für Windkraft- und Solaranlagen, ein Gremium für nachhaltige Mensaverpflegung und bessere Busverbindungen sowie Radwege – an Tag zwei bekamen die spannenden Ideen eine politische Dimension. In Form von Beschlussvorlagen gingen sie in den Energiewende-Rat, geleitet von Garbsens Bürgermeister Dr. Christian Grahl im Ratssaal der Stadt. In der Rolle des Ratsvorsitzenden rief er die Beschlussvorlagen auf und ließ darüber abstimmen. „Gerade im hoch aktuellen Thema Klimaschutz ist der Dialog mit den jungen Leuten wichtig. Wir wollen wissen, wie sie sich die Energiezukunft in Garbsen vorstellen“, sagt er. Daher habe er schnell für plenergy zugesagt, als ihn der zuständige Fachbereichsleiter für Umwelt, Dirk Perschel, ansprach. Beide zeigten sich begeistert von den engagierten Diskussionen der Schülerinnen und Schüler. „Es ist toll, was hier entsteht, ich freue mich auf die weiteren Schritte“, so Perschel.

Nachwirkungen erwünscht

Die weiteren Schritte gehen in zwei Richtungen: In Räumen der IGS stand im Planspiel für Tag drei das Vernetzen mit örtlichen Initiativen wie unter anderen Garbsen for Future, Repair Café, NABU und ADFC auf dem Plan. Die Gäste waren gespannt auf die Projektideen der Schülerinnen und Schüler und boten Beratung und Unterstützung an. So können langfristig neue Verbindungen der Jugendlichen zu tatkräftigen Akteurinnen und Akteuren entstehen, damit die plenergy-Ideen in Garbsen mit Erfolg umgesetzt werden. Denn plenergy soll über die Projekttage hinauswirken. Zum anderen will die Stadt Garbsen die Ideen der Jugendlichen in ihr Klimaschutz-Konzept einfließen lassen, das sie derzeit mit Unterstützung der Klimaschutzagentur und unter Beteiligung lokaler Akteure erarbeitet.

Insgesamt 45 Mitwirkende unterstützten die Jugendlichen bei plenergy in Garbsen, darunter ein Moderationsteam, Medienpädagogen, Experten aus verschiedenen Fachrichtungen, der Stadtverwaltung und Aktive von Initiativen vor Ort. Für einen direkten Einblick ins Planspiel sorgte eine Dokumentationsgruppe von acht Schülerinnen und Schülern via Blog. So lässt sich auch nach den Projekttagen noch sehen, was etwa die Fachausschüsse erarbeitet haben oder der Energiewende-Rat beschlossen hat. Fotos, Texte und Film-Clips stehen online auf https://plenergy.de/garbsen20/.

Ziel des Projekts

„Klimaschutz und Energiewende sind Themen, die vielen Jugendlichen unter den Nägeln brennen“, sagt Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover. „Unser Projekt bringt sie mit der Politik und mit Initiativen zusammen, um vor Ort tatsächlich etwas zu bewegen.“ Die Klimaschutzagentur will mit „plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende“ alle Generationen für die Gestaltung der lokalen Energiewende zusammenbringen. Im Hintergrund steht unter anderem ein Projektbeirat mit Personen aus der Hochschulforschung, Pädagogik, Wissenschaft, Energieversorgung sowie Organisatorinnen und Organisatoren der Bewegung Fridays for Future Hannover. Im Januar 2019 war plenergy gestartet, im Juni fand die erste Umsetzung in Pattensen statt, die zweite folgte im September in Seelze, es folgten Ende Oktober Gehrden und Mitte Dezember Hemmingen. Geplant sind insgesamt 34 Planspiele in drei Projektregionen bundesweit, davon 15 in Norddeutschland. Das Projekt wird von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums als „innovatives Klimaschutzprojekt mit bundesweiter Ausstrahlung“ bis Ende 2021 gefördert.